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Scand J Rheumatol 28: 352-6; 1999
Perinatal outcome in pregnancies of women with connective tissue disease and inflammatory rheumatic
disease in Norway
Perinatales Ergebnis bei Schwangerschaften von Frauen mit Kollagenosen
und entzündlich - rheumatischen Erkrankungen in Norwegen
J.F. Skomsvoll, M. Östensen, L.M. Irgens et al.
Zusammenfassung
Das perinatale Ergebnis bei Kindern von Frauen mit rheumatischen Erkrankungen, dokumentiert
zwischen 1967 und 1995 von dem Medical Birth Registry of Norway, wurde mit dem Ergebnis von
Frauen ohne solche Erkrankungen verglichen. Die Assoziation zwischen rheumatischen
Erkrankungen und perinatalem Ergebnis wurde statistisch für drei Zeitperioden analysiert: 1967-76,
1977-86, 1987-95. Frauen mit rheumatischen Erkrankungen hatten signifikant häufiger
Frühgeburten, was nur teilweise korreliert war mit häufigerem Auftreten von Präeklampsie. Das
Risiko von hypotrophen Neugeborenen (small for gestational age (SGA)) war signifikant höher bei
Frauen mit Kollagenosen und entzündlichen Arthritiden. Der Anteil von Kindern mit einem Apgar -
Index 6 nach 1 Minute und 5 Minuten mit moderater bis schwerer fetaler Asphyxie war signifikant
erhöht in der Kollagenosegrupe. Die Rate perinataler Mortalität war in der Kollagenosegruppe hoch.
Die postperinatale Mortalität war erhöht bei Kindern von Frauen mit rheumatischen Erkrankungen.
Somit umfassen rheumatische Erkrankungen nicht nur den Verlauf der Schwangerschaft, sondern
erhöhen auch das Risiko eines ungünstigen perinatalen Ergebnisses.
Methodik: Vom seit 1967 bestehenden Medical Birth Registry wurden im Untersuchungszeitraum 1
546.325 Entbindungen erfasst, von denen 5.155 Frauen mit rheumatischen Erkrankungen betrafen.
Wegen dieser geringen Fallzahl wurden drei Gruppen entsprechend dem ICD8 gebildet: 1.
Kollagenosen (Connective Tissue Disease (CTD): SLE, progressive systemische Sklerose, Sjögren -
Syndrom und Dermato - /Polymyositis), n:333 Frauen, 2. spezifizierte entzündliche Arthritiden (SA):
Rheumatoide Arthritis, juvenile rheumatoide Arthritis, ankylosierende Spondylitis, n:4323 Frauen, und
3. nicht spezifizierte entzündliche Arthritiden (NSA), n:531 Frauen. Definitionen: Frühgeburt <37.
SSW, zu niedriges Geburtsgewicht <2500 g, ein zu niedriges Gewicht entsprechend dem
Gestationsalter (SGA) <10er Prozentkurve, perinatale Mortalität: Totgeburt >16. SSW bis frühem
neonatalen Tod (<7 Tage), postperinatale Mortalität: 7. Tag bis zum vollendeten 1. Jahr.
Ergebnisse: Frühgeburten traten signifikant häufiger in der CTD - Gruppe (n:72, Odds ratios (OR)
3,96 bis 7,85) und SA - Gruppe zwischen 1977 und 1995 auf (n:287 bei 3.838 Fällen, OR 1977-1986
1,46 bzw. 1987-1995 1,28). Ein vorzeitiger Blasensprung trat in keiner Gruppe signifikant erhöht auf.
Ein niedriges Geburtsgewicht <2500g wurde in allen Gruppen vermehrt nachgewiesen (CTD: OR
5,82; SA: OR 1,32; NSA: OR 1,60). Ein zu niedriges Gewicht entsprechend dem Gestationsalter
(SGA) war signifikant häufiger in allen Gruppen mit höchsten Werten für CTD (OR 1,61 vs. 1,30 (SA)
und 1,42 (NSA), Summe n:574). Gering erhöht war das Auftreten von Geburtsfehlern, jedoch nur bei
der SA - Gruppe signifikant erhöht (OR 1,21). Interessanterweise waren davon Lippen - und
Gaumenspalten bzw. Neuralrohrdefekte nicht betroffen, auch änderte sich die Häufigkeit von
Geburtsfehlern im langjährigen Verlauf nicht. Ein Apgar - Index 6 war bei Kindern in der CTD -
Gruppe signifikant häufiger festzustellen (1 Minute OR 2,42; 5 Minuten OR 3,29). Die Rate von
Totgeburten sowie frühem neonatalem Tod sowie die perinatale Mortalität waren in der CTD -
Gruppe signifikant erhöht (OR 3,58 (n:11) bzw. 3,99 (4) bzw. 3,74 (15)), die postperinatale Mortalität
in allen Gruppen (CTD: OR 3,99 (n:4); SA: OR 1,96 (28); NSA: OR 2,79 (5)). Schlussfolgerungen: Die Studie zeigt auf, dass die perinatale Gesundheit bei Kindern von Müttern
mit rheumatischen Erkrankungen beeinträchtigt wird. Besonders betrifft dies Frauen mit
CTD, insbesondere SLE und PSS, was bereits früher beobachtet wurde. Erstmals wird jedoch aufgezeigt,
dass auch bei entzündlichen Arthritiden statistisch signifikant häufiger ein zu niedriges
Geburtsgewicht festgestellt wird, SGA - Kinder häufiger und die postperinatale Mortalität erhöht sind.
Aufgrund der Daten wird die Hypothese aufgestellt, dass der Prozess einer rheumatischen
Erkrankung der Mutter einen Einfluss auf die perinatale Gesundheit hat.
| Kommentar
Klar herausgearbeitet wird in dieser retrospektiven Studie, dass nicht nur eine
CTD, vor allem der SLE und die PSS, sowohl die Schwangerschaft als auch das Neugeborene gefährden können,
sondern - wenngleich in geringerem Maße - auch andere entzündliche Gelenkerkrankungen. Dies gilt
insbesondere für den Endpunkt der postperinatalen Mortalität nach einem Jahr, wo sich der
statistische Unterschied zwischen CTD und den untersuchten entzündlichen Arthritiden verringert.
Langjährige Trends ließen sich im Untersuchungszeitraum für alle Parameter nicht finden. Durch
weitere Studien sollten unter Berücksichtigung der Krankheitsaktivität und Auswirkungen einer Dr. Schönball, OA |
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