Kongresse und Veranstaltungen

Bericht über das internationale Treffen „Autologe Stammzelltransplantation bei Autoimmunerkrankungen“
06.-07.10.2000, Basel, Schweiz

Aktuelle Ergebnisse wurden präsentiert und diskutiert und erste in Planung befindliche multizentrische Studienprotokolle vorgestellt. Über die größte Patientenzahl (n=251) verfügt die europäische Studiengruppe, der sich einzelne asiatische Zentren angeschlossen haben (64 Zentren in 20 Ländern!). Die am häufigsten transplantiertenAutoimmunerkrankungen sind: Multiple Sklerose (n=69), progressiv systemische Sklerodermie (n=52), systemischer Lupus erythematodes (SLE) (n=23), rheumatoide Arthritis (n=21) und juvenile chronische Arthritis (n=35).
Patienten werden bislang anhand von zentrumsspezifischen Protokollen behandelt und an die Studienzentrale in Basel gemeldet. Im wesentlichen wurden 4 verschiedene Konditionierungsprotokolle eingesetzt, eine Stammzell - Selektionierung erfolgte bei 196 Patienten. Die transplantations - assoziierte Mortalität (TRM) nach 12 Monaten lag bei insgesamt 8%, wobei sich hier innerhalb des letzten Jahres eine deutliche Besserung (4%) abzeichnet, am ehesten aufgrund einer strengeren Patientenselektion und verbesserter supportiver Therapiemaßnahmen. 3% der Patienten starben wegen einer Progression ihrer Autoimmunerkrankung.
87 Patienten mit unterschiedlichen Autoimmunerkrankungen wurden bislang in den USA transplantiert, 31 Patienten mit rheumatoider Arthritis in Australien.
Aufgrund des bislang kurzen Follow - up können zum jetzigen Zeitpunkt keine endgültigen Beurteilungen des Therapieerfolges vorgenommen werden. Praktische Schlussfolgerungen beschränken sich zur Zeit noch auf die prinzipielle Durchführkeit von autologen Stammzell - Transplantationen (ASCT) und die zu erwartende Toxizität/Mortalität, die nach aktuellen Ergebnissen analog der bei Patienten mit malignen Erkrankungen (z.B. Non Hodgkin Lymphom) liegt.
Wichtig ist eine enge Indikationsstellung und ein Ausschluss von Patienten mit bereits fortgeschrittener Organschädigung, wie z.B. Sklerodermie - Patienten mit ausgeprägter pulmonaler Hypertonie.
Wegen der inzwischen zusätzlich verfügbaren krankheitsmodifizierenden Medikamente (DMARD) wie Leflunomid und TNF -a Blocker wird die Indikation zur ASCT bei Patienten mit Polyarthritis in Zukunft seltener gestellt werden, zumal sich abzeichnet, das diese Patienten in der Regel nach ca. 6 Monaten rezidivieren.
Folgende multizentrische Therapiestudien zur autologen Stammzell - Transplantation bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen sind seitens der europäischen Studiengruppe geplant:
Rheumatoide Arthritis: Unter TNF -a Blockern progrediente Patienten: ASCT mit DMARD - Erhaltungstherapie versus Standard - DMARD
Juvenil chronische Arthritis: 3 armige Studie; unter TNF -a Blockern progrediente Patienten:
1. Arm:            Cyc 200mg/kg, ATG 20mg, TBI 4 Gy, T Zell - Deplet.
2. Arm:            Cyc 200mg/kg, ATG 20mg, TBI 4 Gy
3. Arm:            Cyc - Stoß (Dosis?)
SLE und Vaskulitiden: Bislang kein festgelegtes Studienprotokoll
Systemische Sklerodermie: 2 armige randomisierte Studie, Patienten <60 Jahre:
1. Arm:            12xCyc 750mg/m2, 1x/Monat
2. Arm:            Cyc 200mg/kg, ATG 30mg, T - Zell - Deplet.

Bezüglich weiterer Informationen wenden Sie sich bitte an:  
Dr.  M.  Mohren
Med. Klinik u. Poliklinik II, 72076 Tübingen
E - mail: Martin.Mohren@med.uni ‑ tuebingen.de

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